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Was kostet KI wirklich? Warum die Flatrate trügt

Fabian Schmid

von Fabian Schmid · 7. Juli 2026 · 4 Min Lesezeit

Eine KI-Flatrate klingt nach Planbarkeit: ein fixer Betrag pro Nutzer, fertig, Haken dran. Genau das macht sie attraktiv - und genau da liegen zwei Denkfehler, die Sie Geld kosten.

Denkfehler 1: Sie zahlen pro Lizenz, nicht pro Nutzung

Microsoft 365 Copilot kostet als Add-on rund 30 US-Dollar pro Nutzer und Monat, zusätzlich zur Microsoft-365-Lizenz. Bei 50 Nutzern sind das gut 1'300 Franken im Monat. Jeden Monat. Unabhängig davon, ob alle 50 die KI auch anfassen.

In der Praxis tun sie das nicht. Ein paar nutzen sie täglich und intensiv, viele gelegentlich, ein gutes Stück der Belegschaft gar nicht. Bei einer Flatrate zahlen Sie die Nichtnutzer voll mit. Sie kaufen 50 Lizenzen und bezahlen die halb leeren Stühle.

Fairerweise: Wenn in Ihrem Betrieb wirklich alle täglich intensiv mit KI arbeiten, kann eine Flatrate aufgehen. Aber das ist die Ausnahme, nicht der Normalfall - und es ist eine Rechnung, die man machen sollte, statt sie anzunehmen.

Denkfehler 2: Die Flatrate ist künstlich billig

Das ist der Punkt, der selten auf dem Tisch liegt. Die heutigen KI-Preise sind subventioniert.

OpenAI-Chef Sam Altman sagte Anfang 2025 öffentlich, dass das Unternehmen sogar mit dem 200-Dollar-Pro-Abo Geld verliert: „Wir verlieren aktuell Geld mit den Pro-Abos - die Leute nutzen sie viel mehr, als wir erwartet haben." Im selben Zeitraum schrieb OpenAI laut Berichten rund fünf Milliarden Dollar Verlust bei knapp vier Milliarden Umsatz.

Das ist kein Betriebsunfall, sondern Strategie: Die grossen Anbieter kaufen sich mit Investorenkapital Marktanteile und verkaufen ihre Dienste unter Kosten. Dazu kommt eine unbequeme Eigenheit von KI - anders als klassische Software wird jede Nutzung zusätzlich teuer, weil sie Rechenzeit frisst. Mehr Nutzung heisst mehr Kosten, nicht weniger.

Beides zusammen heisst: Die günstige Flatrate von heute ist eine Momentaufnahme, finanziert von fremdem Geld. Sie ist keine stabile Grösse. Dass Microsoft die Microsoft-365-Preise zum 1. Juli 2026 generell angehoben hat - mit KI als Begründung -, ist nur der erste sichtbare Schritt. Wer seine KI-Strategie auf den heutigen Flatrate-Preis baut, plant auf Sand.

Warum der Preisdruck zunehmen wird

Bisher trägt Investorenkapital die Differenz - und die Verluste wachsen, statt zu schrumpfen. Für 2025 weisen die dem Wall Street Journal vorliegenden Finanzdokumente bei OpenAI rund neun Milliarden Dollar Verlust aus; pro eingenommenem Dollar gab das Unternehmen etwa 1.70 Dollar aus. Bewertet werden die grossen Anbieter trotzdem nahe der Billionen-Marke - Anthropic offiziell bei 965 Milliarden Dollar, OpenAI zuletzt bei rund 850 Milliarden.

Und beide steuern an die Börse: OpenAI und Anthropic haben 2026 je ein vertrauliches Börsengang-Gesuch bei der US-Börsenaufsicht eingereicht. Der eigentliche Gang aufs Parkett verschiebt sich angesichts der angespannten Marktlage voraussichtlich ins Jahr 2027 - an der Richtung ändert das nichts. Ein Börsengang verschiebt die Logik. Solange ein Unternehmen privat ist, zählt Wachstum, und Verluste sind eingeplant. An der Börse zählt irgendwann das Ergebnis - und der grösste Hebel, um aus roten Zahlen schwarze zu machen, ist der Preis. Nach den Finanzplänen, die beide ihren Investoren gezeigt haben, erwartet keiner vor Ende des Jahrzehnts Gewinne: Anthropic peilt 2028 an, OpenAI nicht vor 2030. Bis dahin muss jemand die Lücke schliessen. Zunehmend werden das die Kunden sein.

Was wirklich zählt: was Sie planen können

Daraus folgt nicht „Flatrate schlecht, nutzungsbasiert gut" als Reflex. Es folgt eine andere Frage: Mit welcher Zahl können Sie eigentlich planen?

visibus Chat rechnet nach tatsächlicher Nutzung ab - an einer Stelle, für das ganze Unternehmen. Wer viel arbeitet, verursacht mehr Kosten; wer das Werkzeug nicht braucht, kostet nichts. Keine leeren Stühle auf der Rechnung. Und Sie sehen den realen Verbrauch statt eines pauschalen Lizenzpreises: pro Nutzer, pro Modell, in Echtzeit, mit Budget als Limit.

Ehrlich bleibt dabei: Auch wir kaufen die Modelle bei denselben Anbietern ein. Wenn deren Preise sich normalisieren, betrifft das alle. Der Unterschied ist die Sichtbarkeit - bei nutzungsbasierter Abrechnung taucht eine Preisänderung im Verbrauch auf, den Sie ohnehin sehen, statt als stiller Aufschlag auf einen Lizenzpreis, den Sie nicht hinterfragen.

Das richtige Modell statt des teuersten

Es gibt einen Kostenhebel, den eine Flatrate per Definition nicht hat: das passende Modell pro Aufgabe. Nicht jede Anfrage braucht das teuerste Premium-Modell - eine kurze Zusammenfassung läuft auf einem kleinen, schnellen Modell für einen Bruchteil der Kosten; die komplexe Analyse darf das grosse sein. Wer nur ein Modell hat - oder reflexhaft immer das grösste nimmt -, zahlt für jede Trivialität Premium-Preise.

Bei visibus Chat stehen alle Modelle nebeneinander, und Sie wählen pro Aufgabe das richtige. Und der Auto-Modus nimmt Ihnen diese Wahl ab: Er schickt jede Anfrage auf das passende Modell - das kleine für Einfaches, das grosse für Komplexes. Sie müssen nicht selbst zuordnen, und Sie zahlen Premium nur dort, wo es sich wirklich lohnt.

visibus Chat mit geöffneter Modellauswahl: visibus Auto sowie Claude, GPT und Mistral nebeneinander, auf Laptop und Smartphone.
Alle Modelle an einer Stelle - und der Auto-Modus wählt pro Anfrage das passende: klein für Einfaches, gross für Komplexes.

Der Punkt

Die billigste Zahl ist nicht automatisch die beste. Eine Flatrate, die ein Investor subventioniert und die Sie für halb leere Stühle zahlen, ist keine Planungsgrundlage - sie ist eine Wette darauf, dass sich nichts ändert. Nutzungsbasiert zeigt Ihnen, was KI in Ihrem Betrieb heute wirklich kostet, und was sie kostet, wenn die Preise sich normalisieren.

Neugierig, wie diese Rechnung für Ihr Unternehmen aussieht? Schreiben Sie uns - wir schauen sie gemeinsam an.

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