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Vier KI-Tools für einen Job - und am Schluss tippen Sie Namen von Hand um

Fabian Schmid

von Fabian Schmid · 1. Juni 2026

Neulich schrieb mir ein Freund. Er verwaltet ein paar Immobilien, kümmert sich um Mieterkommunikation, Handwerkerrechnungen, Renditeberechnungen - das Übliche. Er wollte wissen, wie er das mit KI effizienter macht, und hatte Google direkt gefragt. Die Antwort hat er mir weitergeleitet, weil er sie „eigentlich ganz gut" fand.

War sie auch. Bis zum letzten Absatz.

Weitergeleitete WhatsApp-Nachricht mit der Gemini-Empfehlung für einen KI-Tool-Stack.
Die weitergeleitete Nachricht: Google/Gemini empfiehlt einen Stack aus vier Tools - samt Datenschutz-Hinweis am Ende.

Der empfohlene Stack: vier Werkzeuge für eine Arbeit

Die Empfehlung war sauber strukturiert. Für jede Aufgabe das passende Werkzeug:

  • Für die Excel-Tabellen und Renditeberechnungen: das eine Modell, weil es beim logischen Rechnen vorne liegt.
  • Für Briefe, Mahnungen und Mieterkommunikation: das nächste, weil es deutsche Tonalität gut trifft.
  • Für das Auslesen von Belegen, Rechnungen und gescannten Verträgen: ein drittes, weil es mit Bildern und PDFs gut umgeht.
  • Und als „native Brücke" das Office-eigene Werkzeug, damit man nicht ständig zwischen Browser und Word hin- und herkopiert.

Inhaltlich ist daran wenig falsch. Jedes dieser Modelle kann genau das. Das Problem ist nicht die Auswahl - es ist, was diese Auswahl im Alltag bedeutet.

Drei Dinge, die dabei untergehen

Erstens: vier Werkzeuge sind vier Werkzeuge. Vier Anmeldungen, vier Oberflächen, vier Abos mit Fixpreis - die monatlich laufen, ob Sie sie nutzen oder nicht - und vier Stellen, an denen man sich überlegen muss „war das jetzt erlaubt einzugeben oder nicht?". Für eine Person ist das schon ein zweiter Halbtagsjob. In einem Betrieb macht das aber nicht eine Person, sondern die halbe Verwaltung - jede und jeder mit eigenen Logins, eigenen Tools und eigener Auslegung von „war das jetzt erlaubt einzugeben?". Aus dem Werkzeugkasten wird Wildwuchs.

Zweitens - und das ist der Absatz, bei dem es kippte: Am Ende der Empfehlung stand ein Datenschutz-Hinweis. Sinngemäss: Geben Sie keine echten Mieternamen, Adressen oder Bankverbindungen ein. Nutzen Sie Platzhalter wie „Mieter_A" und ersetzen Sie diese erst, nachdem Sie den Text wieder in Word kopiert haben.

Lesen Sie das nochmal. Der Ratschlag lautet: Anonymisieren Sie Ihre Daten von Hand, bevor Sie sie eingeben, und setzen Sie die echten Namen anschliessend wieder ein. Manuell. Bei jeder Mahnung, jeder Abrechnung, jedem Beleg.

Das ist nicht nur mühsam. Es ist fehleranfällig auf die unangenehmste Art: Es funktioniert genau so lange, bis es einmal jemand vergisst. Bei einer einzelnen Person passiert das selten. Über ein ganzes Team, das täglich Dutzende Nachrichten tippt, ist es keine Frage ob, sondern wann - und es gibt keine Stelle, an der Sie es bemerken würden, bevor es zu spät ist.

Drittens: So eine fixe Vier-Tool-Liste ist schon veraltet, sobald sie geschrieben ist. Die genannten Modellversionen sind in ein paar Monaten überholt, das nächst-bessere Modell kommt von einem anderen Anbieter. Wer sich auf vier feste Accounts festlegt, hat sich vier kleine Abhängigkeiten gebaut.

Das ist keine Einzelfall-Geschichte

Und jetzt der eigentliche Punkt: Das ist nicht die Sorge eines einzelnen Immobilienverwalters. Es ist die Lage in jedem Betrieb, in dem Menschen mit sensiblen Daten arbeiten - die Treuhandkanzlei, die Hausverwaltung, die Arztpraxis, die Personalabteilung. Was eine Person nervt, wird über ein Team zum Führungsproblem: Niemand weiss mehr, wer welches Tool nutzt, wer was eingibt und wo die Daten am Ende liegen. Genau das ist der Punkt, an dem aus „praktisches KI-Tool" ein Datenschutz- und Kontrollthema wird, das bei Ihnen auf dem Tisch landet.

Wie wir das bei visibus lösen

Genau für diese Geschichte haben wir visibus Chat gebaut. Nicht als fünftes Werkzeug, sondern als das eine, das die anderen vier überflüssig macht.

Ein Zugang, alle Modelle. Sie loggen sich an einer Stelle ein und haben die führenden Modelle von Anthropic, OpenAI, Google und Mistral nebeneinander. Für die Renditetabelle das eine, für den Brief das andere, für den eingescannten Beleg das dritte - oder Sie lassen automatisch das passende wählen. Kommt nächsten Monat ein besseres Modell, ist es einfach da. Kein neuer Account, kein Wechsel.

Die Anonymisierung übernimmt die Software - nicht Ihr Team von Hand. Das ist der Punkt, der den ganzen Unterschied macht. Wo Sie mit sensiblen Daten arbeiten, lässt sich ein vorgeschalteter Filter aktivieren: Ihr Team tippt die echten Namen, Adressen und Beträge ganz normal ein, und bevor die Anfrage Ihre Instanz verlässt, erkennt und ersetzt der Filter die personenbezogenen Daten automatisch. Das Modell sieht „Mieter_A", Sie sehen die echte Antwort. Genau der Handgriff, den Google Ihnen aufträgt - nur dass ihn nicht Ihr Team macht und vergisst, sondern die Software.

„Aber die Anfrage geht doch trotzdem in die USA?"

Berechtigte Frage - und ehrliche Antwort: Wenn Sie eines der grossen Modelle nutzen, läuft die eigentliche Berechnung beim jeweiligen Anbieter. Bei Claude ist das Anthropic, bei ChatGPT OpenAI, bei Gemini Google - alle drei US-Unternehmen. Daran ändert auch visibus nichts. (Wer möchte, dass auch die Verarbeitung in Europa bleibt, wählt ein europäisches Modell wie Mistral aus Frankreich - einen EU-Anbieter.) Entscheidend ist aber, was dorthin geht und was hier bleibt - und das sind zwei völlig verschiedene Dinge.

Was hinausgeht, ist die einzelne Anfrage: die aktuelle Frage - und wenn sie sich auf ein Dokument bezieht, der dafür nötige Ausschnitt. Aber nicht Ihr Benutzerkonto, nicht Ihre Dokumentenablage, nicht Ihr gesammeltes Archiv. Diese Verarbeitung läuft über die geschäftliche API unter einem Auftragsverarbeitungsvertrag mit EU-Standardvertragsklauseln: Die Eingaben werden nicht zum Training verwendet - anders als bei den kostenlosen Web-Apps, die genau davon leben - und nur kurz aufbewahrt, nicht dauerhaft gespeichert. Wo der Anonymisierungs-Filter aktiv ist, gehen die Namen darin gar nicht erst mit.

Was hier bleibt, ist alles andere - und das ist der weitaus grössere Teil:

  • Ihr gesamter Verlauf. Jede Unterhaltung, über Monate, liegt auf Ihrer Instanz in der EU bzw. der Schweiz - nicht auf einem Konto bei einem US-Anbieter. Bei einem privaten ChatGPT-Konto sammelt sich Ihre komplette Historie unter Klarnamen dort drüben an. Bei visibus bleibt sie bei Ihnen.
  • Ihre Dokumente und Ihre Wissensbasis. Verträge, Rechnungen, hochgeladene Dateien werden in Ihrer Instanz gespeichert und verwaltet - in der EU oder der Schweiz, unter hiesigem Recht.
  • Wer was gefragt hat. Die Zuordnung von Mitarbeitern zu Anfragen verlässt das Haus nicht. Der Anbieter sieht einen API-Schlüssel, nicht Ihr Organigramm.
  • Der eine Kontrollpunkt. Protokollierung, Aufbewahrung und - wo aktiviert - die Anonymisierung passieren an einer Stelle auf Ihrer Instanz, bevor überhaupt etwas hinausgeht - nicht in fünfzig einzelnen Browsern, von denen Sie hoffen müssen, dass jeder richtig eingestellt ist.

Anders gesagt: Die Modellanfrage ist eine einzelne Frage, die kurz durchs Fenster gereicht wird. Das Hosting entscheidet, wo Ihr Aktenschrank steht. Und der gehört in die EU oder die Schweiz - nicht in ein fremdes Gebäude.

Und Copilot?

Fair bleiben: Das Office-eigene Werkzeug hat einen echten Vorteil - es lebt direkt im Dokument. Wenn Ihr Bedarf ausschliesslich darin besteht, in Word und Outlook Entwürfe schreiben zu lassen, ist das eine legitime Wahl. visibus Chat ist die Alternative für alle anderen: für die, die Modellfreiheit wollen statt einem Anbieter, und die Datenkontrolle nicht als Hausaufgabe für sich selbst, sondern eingebaut.

Der Punkt

Die Google-Antwort war nicht falsch. Sie war ehrlich - ehrlich genug, um den eigenen Haken mitzuliefern: „Passen Sie auf, was Sie eingeben." Wir finden, dieser Haken gehört nicht auf den Schreibtisch des Nutzers. Er gehört in die Software.

Wenn Sie wissen wollen, wie das für Ihren konkreten Fall aussieht - schreiben Sie uns. Ein Gespräch, kein Verkaufstrichter.

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